Ein Gedanke über Selbst­publikation

Oder viel eher ein Gedanke zu dem Akt der Selbstpublikation. Aus verschiedensten Gründen kann man sich dazu entschließen, den Weg einer Veröffentlichung außerhalb der traditionellen Pfade einzuschlagen.

Es birgt seine eigenen Hürden, welche es, aus eigener Erfahrung sprechend, zu überwinden gilt, doch natürlich sind genügend Vorteile vorhanden. In diesem Fall spreche aber auch explizit vom „Self-Publishing“ bei einem entsprechenden Verlag und nicht dem Verlegen ohne einem solchen oder gar mit einem eigenen.

Denn dieser Weg war es, welchen ich für meine erträumte Buchreihe Wallace der Junker auserkoren hatte – und das von vornherein und ganz bewusst. Die folgenden Punkte, welche nicht eine Liste mit Anspruch auf Vollständigkeit darstellen soll, waren es, welche mich dazu brachten: Keine Vorschriften, wie etwas auszusehen hat. Es kann geschrieben und erdacht werden, was man möchte. Prinzipiell gibt einem niemand etwas vor.

Ganz klar kann dieser Segen auch zum Fluch werden, denn so ist man in den ganzen Bereichen, welcher ein Verlag denn sonst so übernimmt, auch ganz auf sich gestellt. Auch das war mir stets bewusst. So kann allein die Korrekturarbeit eine sehr lange Zeit oder etwas Investition benötigen.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, ohne wirksamen Möglichkeiten zur Bewerbung des Titels (etwas, das auf jeden Fall einen großen Teil der Arbeit eines selbst publizierenden Autors machen muss), kommerziellen Erfolg zu haben, sehr gering.

Hiermit wären wir auch beim großen Aber angelangt.

„Prickelnde Abenteuer“ auf Amazon beiseite

Was tun, wenn es eine Geschichte gibt, welche erzählt werden soll? Der Wunsch besteht, diese in Buchform in seinen eigenen Händen halten zu dürfen?

Kommerzieller Erfolg ist nicht etwas, das dadurch entsteht, dass man ein Buch veröffentlicht und die Menschen aus Zufall darauf stoßen.

Ein selbst verlegtes Buch sollte diesen Anspruch aber auch gar nicht stellen (zumindest nicht ohne ausreichender Planung und Budget – aber darum geht es mir nicht). Für kommerzielle Erfolge scheint man, zumindest solange ich keine konkreten Daten erhebe, subjektiv dem Modell der Verlage recht geben zu müssen.

Bei Wallace der Junker (und den Teilen, welche noch kommen) ging es mir zum Beispiel darum, etwas veröffentlichen zu dürfen, sich damit einen alten Wunsch zu erfüllen. Eine sehr intime Aussage, um ehrlich zu sein, immerhin möchte man nicht kleingeistig wirken; doch ist es die Wahrheit.

Für Verlage schreiben“, dachte ich mir damals, „kann ich auch später noch!“ Wenn man das denn überhaupt möchte, fragt sich.

Vielleicht schaden Bücher aus der Selbstpublikation, welche, aus Sicht eines Verlages, „gefloppt“ sind auch den zukünftigen Chancen? Sollte dem so sein, werde ich es herausfinden.

Dass die Möglichkeit besteht, etwas veröffentlichen zu können, das eben nicht zwangsläufig einer „breiten Masse“ gefallen muss, ist das Reizvolle daran, sich nicht an einen traditionellen Verlag zu wenden. Am Ende schadet man damit auch niemanden, wenn einem es nur selbst gefallen sollte. Außer vielleicht dem eigenen Ego.